WhatWhy Art, Maya Dunietz, Solistenensemble Kaleidoskop
Trembling / Drifting & The Sound of Difference and Connection
Der Abend ist eine Kollaboration des Solistenensembles Kaleidoskop mit dem koreanischen Ensemble WhatWhy Art, Maya Dunietz und Orthodox Records und versteht sich als gemeinsame Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Musik, künstlerischer Zusammenarbeit und einer Praxis des aufmerksamen Hörens. In zwei Werken entsteht ein Feld aus Klang und Resonanz, in dem unterschiedliche künstlerische Ansätze aufeinandertreffen, sich überlagern und ineinander übergehen – und so immer neue Verbindungen und Perspektiven eröffnen.
Das Konzert öffnet den Raum für die besonderen räumlichen und akustischen Qualitäten der Halle am Berghain und verbindet sie mit unterschiedlichen Zeit- und Bedeutungsebenen: Vergangenheit und Zukunft, Ost und West, Individuum und Kollektiv. Beide aufgeführten Werke laden zu einem aktiven, aufmerksamen Hören ein und machen das Publikum Teil eines gemeinsamen gegenwärtigen Moments. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie aus Unterschied Verbindung entstehen kann – und wie Klang Beziehungen stiftet und Präsenz erzeugt. Die Halle am Berghain wird dabei selbst zu einem resonierenden Gegenüber, das das Erleben mitprägt und vertieft.
Den Auftakt des Konzerts bildet die Uraufführung von Trembling / Drifting, einer Zusammenarbeit des in Seoul ansässigen Kollektivs WhatWhy Art und des Berliner Solistenensembles Kaleidoskop. Aufbauend auf ihrem früheren Projekt Trembling geht die Arbeit der Frage nach, wie Vibration und Resonanz zu einer gemeinsamen Sprache werden können – zwischen koreanischer Tradition und zeitgenössischer westlicher Musik. Ausgehend von unterschiedlichen Formen des Vibratos und klanglichen Praktiken entsteht ein gemeinsamer Resonanzraum, in dem sich Klänge begegnen, verschieben und gegenseitig verwandeln.
Der zweite Teil des Abends ist The Sound of Difference and Connection gewidmet, einem neuen Werk der Komponistin Maya Dunietz, das gemeinsam mit dem Solistenensemble Kaleidoskop entwickelt und im Juni 2026 bei Orthodox Records veröffentlicht wurde. Das Stück bewegt sich im Spannungsfeld von Nähe und Differenz und richtet den Fokus auf das gemeinsame Hören. Aus feinen, langsam sich verändernden klanglichen Gesten entsteht ein stetiger Prozess des Sich-Annäherns und wieder Auseinanderdriftens. So entfaltet sich eine Klangwelt, die sich permanent verändert und in Bewegung bleibt. Das Ensemble erscheint dabei wie ein lebendiger Organismus – ohne feste Hierarchie, getragen von gegenseitiger Aufmerksamkeit und Reaktion.

